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07. October 2019

ganzheitliche Orthopädie | Applied Kinesiologie | Iliosakralgenk | Meridian

Ursachen und Auswirkungen der Dysfunktion des Iliosakralgelenkes - ein ganzheitlicher Ansatz

Die in früheren Jahren geäußerte Ansicht, dass die Bedeutung des Iliosakralgenkes oder Sakroiliakalgelenkes für unseren Organismus sehr gering sei, hat sich durch Erfahrungen von und mit Patienten nicht bewahrheitet.
Es bestand die Meinung, das ISG sei nur eine Amphiarthrose, wegen seiner wenig ausgeprägten Beweglichkeit, seinen anatomisch nur spärlich ausgebildeten Gelenkmerkmalen, wie Faserknorpel, flache Gelenkflächen, relativ straffe, bewegungseinschränkende Bänder in 3 Schichten (- Ligg. sacroiliaca anterioria, interossea und posterioria ).
Doch bei jedem Schritt bewegt sich das ISG von der Standbeinphase zur Spielbeinphase bis zu 1,5 cm. Falls aber diese Bewegung behindert ist, müssen benachbarte Gelenke das Defizit ausgleichen. Dadurch können vielfältige Schmerzsyndrome von Kopf bis Fuß entstehen.

Die Beweglichkeit des ISG kann behindert werden u.a. durch entzündliche Vorgänge, wie bei M. Bechterew, durch Arthrosen und am häufigsten durch sogenannte Blockierungen des ISG, die wir aus der Chirotherapie, der AK (Applied Kinesiologie) oder der APM ( Akupunkt-Massage nach Penzel ) als klinischen Befund kennen.
 
Unter den Ursachen für die ISG-Blockierung sind zu nennen:
1)  mechanische Überlastungen, 
2) die anatomische Beinlängendifferenz, 
3) Unfälle, 
4) Störfeldeinflüsse im Sinne der Neuraltherapie ( Narben, Zahnstörfelder),
5) die aus der Akupunkturlehre bekannte Energieflussstörung im Blasenmeridian und im Nierenmeridian als  primärer Faktor.

Beide Meridiane sind verantwortlich für die physiologische, vegetative, energetische Steuerung der Gelenksflüssigkeitsbildung des ISG, der Gelenke der WS und der unteren Extremitäten und damit für deren Funktion.
Auf Grund der jahrtausende alten, heute auch wissenschaftlich bewiesenen, Erkenntnisse der Akupunkturlehre muss man davon ausgehen, dass in allen Meridianen ständig eine Steuerungsenergie „Chi“ um den Körper kreisend fließt, welche die unter dem Meridian liegenden Organe und Strukturen „energetisch versorgt bzw. steuert“. Jede Über- oder Unterversorgung mit Chi, durch eine bestehende Energieflussstörung im Meridian, bedeutet Funktionsstörung und/oder Schmerz im betroffenen Gebiet. 
 
Bei Beschwerden des Kopf- und Nackenbereichs, der Wirbelsäule und der Extremitäten haben sich als diagnostisches Vorgehen je nach dem klinischen Erscheinungsbild bewährt :
1.) orthopädische Untersuchungen, zusammen mit Rö, MRT,
2.) neurologische Untersuchungen, um radikuläre und periphere neurologische Ausfälle, also Defizite, zu erkennen und
3.) bei Beschwerden ohne Defizite, den sog. „pseudoradikulären“ Beschwerden:
a) energetische Beurteilung der Meridiane,
b) Störfeldsuche,
c) die gezielte Untersuchung der Iliosakralgelenke und daran anschließend des Steißbeins, der Wirbelgelenke und der Extremitätengelenke.
 
Bei dieser relativ häufigen 3. Gruppe ergeben sich sowohl diagnostisch als auch therapeutisch besonders gute Resultate durch die Kombination von Methoden der Akupunktur bzw. der APM = der Meridiantherapie, mit der AK = der Applied Kinesiologie, oder auch evtl. mit der Chirotherapie.
 
Die Kombination dieser beiden Methoden ermöglicht im Wesentlichen zu erkennen:
1.) ob es sich um einen energetischen Chi-Leere- oder Chi-Füllezustand handelt, also eine Energieflussstörung im Blasenmeridian (Yang) oder antagonistisch im Nierenmeridian (Yin).
Bei der Energieflussstörung im B-Meridian, der über das ISG hinwegzieht und dieses „energetisch versorgt“, neigt das ISG zu Blockierungen schon bei relativ kleinen Überlastungen. Es ist außerdem das „energetisch führende“ Gelenk, die Basis der Wirbelsäule. Daher ist es notwendig die Unterschiede zwischen Yin und Yang auszugleichen, indem man den jeweils Chi-Energie-leeren Meridian durch gezielte Stimulation mit dem APM-Therapiestäbchen oder mit Maßnahmen der physikalischen Medizin energetisch wieder auffüllt.
 
2.)  Das ISG kann bei einer Blockierung nicht in seine Mittelstellung zurückkehren und verharrt so entweder in Richtung der Spielbeinphase,= Vorschreitstellung = Ilium posterior oder in Richtung der Standbeinphase, = Rückschreitstellung = Ilium anterior. Dadurch entsteht die „Funktionelle“ Beinlängendifferenz, die auf keinen Fall durch Schuherhöhungen ausgeglichen werden darf, sondern nur durch die Lösung der ISG-Blockierung.
 
Die genannten Stellungen können ertastet werden und sind verschiedenen Muskelgruppen zugeordnet, welche wiederum entweder der Einatmungsmuskulatur (Yang, Blasenmeridian, dorsal) oder der Ausatmungsmuskulatur (Yin, Nierenmeridian, ventral) zugeordnet sind.
So wird die aus der Applied Kinesiologie stammende Erkenntnis verständlich, dass die relativ sanfte Lösung einer Blockierung mit den Methoden der AK, durch gezielte Ein-oder Ausatmung bei den Griffen, deutlich unterstützt werden kann.
Diese Tatsache ist -therapiebezogen- auch äußerst nützlich für eine rasche, kinesiologische Befundung der Blockierungsstellung des ISG, welche zur Kontrolle natürlich auch manuell ertastbar ist.

Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse der APM und der Applied Kinesiologie ergibt sich hiermit eine weitere, sichere und gezielte Diagnose- und Therapiemöglichkeit  für Blockierungen des ISG, von Wirbeln, vom Steißbein und von Extremitätengelenken.
Die inneren Organe stehen im direkten Zusammenhang mit den „Zustimmungspunkten“ der Akupunkturlehre im Bereich der Wirbel.
Mit ihnen lassen sich selbst Organstörungen durch die Punktebehandlung und die Lösung der Blockierungen von Wirbelgelenken und des Beckens bessern.
Die Indikationsliste für die Kombinationstherapie ist sehr umfangreich: Sie reicht von Kopf- bis Fußbeschwerden, von Herzbeschwerden bis zu Fertilitätsstörungen und vielen anderen Beschwerden mehr.
 
Literatur beim Verfasser:
Dr. med. Harald Chavanne, Facharzt für Orthopädie u. orth. Chirurgie,e-mail: h.chavanne@gmx.at
 
In dem 3 tägigen Lehrgang von Dr. Chavanne können Sie die Methode in Therorie und Praxis lernen:

Sanfte Wirbelsäulentherapie vom Steißbein bis zum Atlas
Dr. med. Harald Chavanne
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Kosten: € 390,- (GAMED-Mitglieder: € 360,-)
Nährer Infos und Anmeldung:
https://www.gamed.or.at/de/Veranstaltungen/200

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