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Gemeinsamkeiten komplementärmedizinischer Methoden –
aus naturwissenschaftlicher und interkultureller Sicht
 


Datum: 07.03.2019 - 27.06.2019
Vorlesung
VORLESUNG, 2st., Nr. 260 283, SPL 26 sonstige LV, 2.5 ECTS-Punkte
Zeit: Donnerstag, 17.15 – 18.45 Uhr (wöchentlich) Beginn: 7.3.2019
Ort:  Universität Wien, Fakultät für Physik, Josef-Stefan-Hörsaal,
1090 Wien, Strudlhofgasse 4, 3. Stock
 
 
INTERDISZIPLINÄRE LEHRVERANSTALTUNG
 
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
In der Vorlesung geht es um den Vergleich von Heilmethoden, die aus verschiedenen Zeitaltern und Kulturen stammen - einschließlich der dahinterstehenden Weltbilder und
wissenschaftstheoretischen Fragestellungen. Dazu gehören unter anderem die Frage nach der Objektivität von Heilerfolgen und die Bedeutung des Placebo-Effekts. Der Komplementärmedizin wird ja immer wieder unterstellt, "nur ein Placebo" zu sein. Was bedeutet das?
Des Weiteren wird die Entwicklung im Westen betrachtet, wobei unter anderem Homöopathie und Schulmedizin zueinander kritisch in Beziehung gesetzt werden. In diesem Zusammenhang wird auch die Anwendbarkeit randomisierter placebokontrollierter Doppelblindstudien diskutiert. Naturwissenschaftliche Ansätze der letzten 40 Jahre (Stichwort: Chaostheorie) ermöglichen hier neue Zugänge und Interpretationen.
 
Danach werden verschiedene aus dem Osten stammende Methoden vorgestellt: die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), der Ayurveda (Indien) und die tibetische Medizin. Aus deren Gemeinsamkeiten ergibt sich ein geometrisches Modell (Gesundheitsscheibe). Es wird auch der Frage nachgegangen, warum gerade die TCM in Europa so erfolgreich ist.
Viele komplementärmedizinische Richtungen gehen von einer bestimmten Zahl von Typen aus. Die Schulmedizin war hingegen lange generell orientiert ("alle Menschen sind gleich"), wurde in letzter Zeit geschlechtsspezifisch und geht jetzt in Richtung einer individuellen bzw. personalen Medizin. Auch die Rolle der Zeit bzw. von Rhythmen wird jetzt mehr beachtet ("Chronomedizin").
 
Schließlich werden neuere Entwicklungen der westlichen Medizin, welche die Psyche einbeziehen, mit alten ethnotherapeutischen Methoden verglichen. Insgesamt stellt sich heraus, dass es überraschend viele Gemeinsamkeiten zwischen zunächst ganz unterschiedlich wirkenden Methoden gibt. Ein transkultureller Rahmen zeichnet sich ab.
 
*  Begriffsklärung, Sprach- und Verständnisprobleme
*  Von den alten Griechen zur modernen wissenschaftlichen Medizin
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*  Systemische Sichtweise und Chaosforschung
*  Pro und contra Homöopathie;  Feedbackdiagnosen und -therapien
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*  Wie traditionell ist die Traditionelle Chinesische Medizin?
*  Ayurveda und Tibetische Medizin
*  Östliche und westliche Chronomedizin  (Beispiel: Puls und Atem)
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*  Musik- und Ethnotherapien, veränderte Bewusstseinszustände
*  Objektivität von Heilerfolgen, Placebophänomen
 
 
Anmeldung: Online  ab 1.2.2019  über den Link
                  ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=260283&semester=2019S
 Ist das nicht möglich, dann per E-mail (Adresse s.u.)
Benotung: Prüfung am Ende des Semesters  (1. Termin)
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karl.kratky@univie.ac.at                     http://homepage.univie.ac.at/karl.kratky/