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KURMEDIZIN

BALNEOLOGIE, BIOKLIMATOLOGIE, CHRONOBIOLOGIE

 

Die Balneologie beschäftigt sich mit Heilwässern, Peloiden, Heilgasen und klimatischen Heilfaktoren. Die Anerkennung als Heilmittel hängt in erster Linie von bestimmten physikalischen und chemischen Eigenschaften ab und wird in den österreichischen Bundesländern  durch ein eigenes Gesetz geregelt (BGBl. Nr. 272/1958).

Der hinsichtlich Art, Dauer und Frequenz der Anwendungen differenzierte Einsatz dieser natürlichen Heilmittel steht noch heute im Mittelpunkt dessen, was im balneologischen Sprachgebrauch als Kur bezeichnet wird.

Bei der Beurteilung der Wirkung von natürlichen Heilmitteln auf den menschlichen Organismus ist zwischen den so genannten Sofortwirkungen, die Folge einer Einzelanwendung sind, und jenen Effekten zu unterscheiden, die das Resultat der wiederholten Applikation des Heilmittels darstellen.

Um eine für den Patienten sinnvolle balneologische Therapie zu erzielen, bedarf es vor der Kur einer gründlichen ärztlichen Untersuchung und einer spezifischen Zuweisung (siehe Ausbildung).

Die Balneologie führte in den letzten Jahrzehnten in Österreich ein universitäres Schattendasein, obwohl sie in der Praxis eine vielangewendete Form der medizinischen Versorgung in diesem Lande ist.

Die Wirkung von Kuraufenthalten war und ist zum Teil noch immer sehr umstritten und wird noch immer mancherorts als reine Placebotherapie angesehen.

 

KURZBESCHREIBUNG DER METHODE

Die Wirkung der Heilwässer beruht auf mechanischen, thermischen und chemischen Faktoren.

Bei den mechanischen Faktoren sind an erster Stelle die positiven Effekte durch den hydrostatischen Druck zu nennen, der sich entlastend auf den Stütz- und Bewegungsapparat auswirkt und so die Durchführung von Bewegungen von Patienten ermöglicht, die außerhalb des Wassers nur unter Schmerzen oder gar nicht möglich wären. Der hydrostatische Druck führt aber auch zu einer Umverteilung der zirkulierenden Blutmengen und erhöht somit das Herzzeitvolumen. Diese Effekte werden durch thermische Reize zusätzlich unterstützt.

In Österreich kommen in den Kuranstalten vor allem folgende Heilwässser zum Einsatz:

  • Akratothermen
  • Jodbäder
  • Kochsalzbäder
  • Kohlensäurebäder
  • Radonbäder
  • Schwefelbäder

Eine Therapie mit Meerwasser (Thalassotherpie) findet vor allem an den Küsten der Ost- und Nordsee sowie im Toten Meer breite Anwendung.

Heilwässer finden zum Teil auch als Trinkkuren Anwendung. In Österreich werden auch unterschiedliche Formen der Heilpeloide eingesetzt. Heilpeloide sind feinkörnige Substanzen, die durch natürliche biologische und geologische Vorgänge entstanden sind. Dazu gehören Torfe (Moore), Faulschlamm, Heilerde, Schlick. Diese Substanzen werden in Form von Bädern und Packungen angewendet.

Durch ihre Zusammensetzung aus flüssigen und festen Bestandteilen verfügen Peloide über eine günstige Wärmeleitfähigkeit und Wärmehaltung , wobei diese Wärmehaltung entscheidend vom Gehalt organischer Substanzen abhängt. Die Indikationen für diese Therapie sind vielfältig und liegen vor allem im Bereich von Erkrankungen des Bewegungsapparates rheumatischer und nichtrheumatischer Genese, Hauterkrankungen, peripherer Durchblutungsstörungen, chronisch-gynäkologischer Erkrankungen sowie Magen-Darm-Störungen.

2006 von Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer, 2012 korr. Univ.Prof.Dr.W.Marktl