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Ayurveda

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Ayurveda ist ein auf den ganzen Menschen bezogenes Naturheilkunde- und Gesundheitssystem.
  • Ayurveda fußt auf einer systematischen Beschreibung und Kategorisierung von Symptomen. Physiologie und Pathophysiologie werden auf der Basis von Qualitäten beschrieben (besonders in der dosha-Lehre).
  • Sein psychosomatischer Grundansatz ist sehr wichtig und ist stark auf die individuelle Situation des Patienten bezogen.
  • Das diagnostische Instrumentarium des Ayurveda ermöglicht dem Arzt die Früherkennung von Disharmonien.
  • Umfangreiche Empfehlungen für Ernährung, Lebensstil und psychischen Ausgleich bilden die Grundlage für die ayurvedische Prävention.
  • Als therapeutische Verfahren werden vor allem Phytotherapie, der Manualtherapie ähnliche Verfahren und „Ausleitungsbehandlungen“ angewandt.
  • Die Anwendung der Ayurveda-Medizin hat sich besonders  bei chronischen Erkrankungen und funktionellen Störungen (auch mit psychischer Überlagerung) in Europa bewährt, wobei das Wissen um die moderne Medizin für die richtige, zeitgerechte Diagnostik eine Grundvoraussetzung ist.
  • Ayurveda ist daher eine ausgezeichnete Ergänzung zur modernen Schulmedizin.

Geschichte

In einer über 3000 Jahre währenden Tradition in Südasien hat er eine Fülle von empirischem Heilwissen hervorgebracht. Sie wurde laufend ergänzt und entsprechend den Erfahrungen und den Erkenntnissen der Naturwissenschaft aktualisiert. Insgesamt sind über 2000 medizinische Werke des Ayurveda überliefert. Mehrere hunderttausend studierte Ayurveda-Ärzte sorgen in Indien für die Basisversorgung der Bevölkerung in vielen Bereichen.

Therapiesystematik

Vereinfacht kann man die Therapie mit 6 Schwerpunkten beschreiben. Ernährung, Lebensstil, Bewegung, Manual-, Phyto- und Ausleitungstherapie.

1.Ernährung: Der Ayurveda klassifiziert Nahrungsmittel nicht in Hinblick auf ihren Gehalt an einzelnen Nährstoffen, sondern hinsichtlich der Qualitäten der Nahrung (z.B. erwärmend, befeuchtend, schwer verdaulich) und wie diese nach Abschluss sämtlicher Stoffwechselprozesse das Innere des Patienten, insbesondere die Stoffwechselregulation (dosha-Verhältnisse) verändern. Der Bedarf an Nahrungsmitteln richtet sich nicht primär nach Messwerten oder Laborparametern, sondern nach verschiedenen Faktoren, die individuell ermittelt werden müssen. Hauptfaktoren sind: Konstitution, „dosha-Verhältnisse“, Symptome, psychische Disposition, Verdauungskapazität, Nähr- und Kräftezustand sowie Tages- und Jahreszeiten. Ferner bestimmt die Bemühung um gute Bioverfügbarkeit der Nahrungsmittel viele Empfehlungen der ayurvedischen Diätetik.

2. Lebensstil: Ein einseitiger oder belastender Lebensstil verursacht und fördert nach ayurvedischer Auffassung eine Vielzahl von Erkrankungen. Nach eingehender Analyse der individuellen Gewohnheiten und Lebensumstände wird daher eine Lebensstilberatung durchgeführt, die unter Berücksichtigung von Konstitution und Frühsymptomen sämtliche Lebensbereiche wieder in Einklang bringen soll. Hierdurch wird nicht nur Krankheiten vorgebeugt, sondern können Lebensqualität und Leistungsfähigkeit gesteigert werden.

3. Bewegung:  Mit Bewegung sind nicht nur Yoga-Übungen gemeint, sondern je nach Konstitution sollte ein individuelles Bewegungsprogramm durchgeführt werden. Darunter fallen alle Ausdauersportarten, Krafttraining und andere kräftigende Sportarten. Für die meisten sollte die Bewegung aber nicht noch eine zusätzliche Belastung darstellen.

4. Massagen: Ölmassagen sind in Europa zum Symbol der Ayurveda-Therapie avanciert. Neben Ölmassagen kennt der Ayurveda eine Palette anderer Manualtherapie ähnlicher Verfahren. Zusätzlich erweitern medizinierte Öle mit mehrfachen pflanzlichen Inhaltsstoffen im Sinne einer transdermalen Heilmittelzufuhr das breite Indikationsspektrum.

5. Phytotherapie: Über 700 Heilpflanzen wurden nach ayurvedischen Kriterien pharmakologisch klassifiziert und sind seit über 2000 Jahre im Einsatz. Die Zahl der Rezepturen von Kombinationspräparaten ist zahlreich. Das Potential der ayurvedischen Heilsubstanzen wird traditionell auch für die Prävention genutzt. Konstitutionelle Anlagen und Krankheitstendenzen können mit ihrer Hilfe ausgeglichen werden.

6. Ausleitung (Einläufe, etc): Die Ausleitungstherapie hat 2 Indikationen: Zuerst die Prävention, um Krankheiten wirksam vorzubeugen. Häufiger wird sie aber eingesetzt, um Patienten zu behandeln, bei denen die ersten 5 Säulen der Therapie zu wenig Wirkung zeigten. Diese Therapie soll nur im stationären bzw. beobachteten Bereich durchgeführt werden, da es durch die Ausleitung nicht nur zur erhofften Besserung des Patienten, aber natürlich auch zu Nebenwirkungen wie Flüssigkeitsverlust, Elektrolytverlust und seelischen Verstimmung kommen kann (ähnlich anderer Methoden, welche eine Ausleitung, gleich einem abführenden Effekt, bewirken: z.B.: nach FX Mayr oder nach Kneipp). Die Ausleitung wird im Ayurveda Pancakarma genannt und beinhaltet 5 Verfahren zur Ausleitung: Erbrechen, Purgieren, Darmeinläufe, kleine Aderlässe (5-25ml) und Nasenreinigung.

Quelle: Europäische Akademie für Ayurveda, Birstein

2012 von Dr. med. Ashish Bhalla, Wels