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Traditionelle Medizin

Die Bezeichnung „Traditionelle Medizin“, die sich auf viele unterschiedliche Medizinsysteme bezieht, wird von Land zu Land verschieden gebraucht. TCM oder Ayurveda sind Beispiele für traditionelle Medizinsysteme in ihren Herkunftsländern. In Ländern, in denen die Biomedizin (auch etablierte oder konventionelle Medizin) die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sichert, werden diese jedoch eher in die große Gruppe der Komplementärmedizin/en eingereiht. Die WHO verwendet die Abkürzung CAM/TM, um das ganze Feld abzudecken (WHO:2002). In-wieweit man von einer „Traditionellen Medizin“ in Österreich oder Europa sprechen kann, was hier mit einzubeziehen wäre und was nicht, ist trotz aktueller Tendenzen, den Begriff „Traditionelle Europäische Medizin“ „Traditionelle Europäische Heilkunde“ oder „Abendländische Medizin“ zu forcieren, noch unklar und bedarf der wissenschaftlichen Untersuchung. Die unklare Definition von Tradition in Bezug auf die Anwenderinnen und Anwender ist in diesem Zusammenhang problematisch, denn es stellt sich die Frage, ob die traditionelle Medizin eine Volksmedizin ist, in der einfache Anwendungen und Rezepturen primär der Selbstversorgung dienen, oder ob sich der Begriff „Traditionelle (Europäische) Medizin“ auf historische Persönlichkeiten der Medizingeschichte beziehen soll, woraus folgt, dass sich die Tradition eher auf die europäische Geistesgeschichte bezieht. Hinzu kommt die noch zu behandelnde Frage inwieweit die bedeutenden Einflüsse aus dem außereuropäischen Raum Beachtung finden und welche Aspekte gegebenenfalls außer Acht gelassen werden. Aus kulturanthropologischer Sicht meint der Begriff Tradition die Weitergabe eines Erfahrungswissens an nachfolgende Generationen, wobei ein gewisser Wandel in der Tradition eine Anpassung an aktuelle Gegebenheiten und Lebensumstände notwendig ist, um dieses Wissen als wertvolle Ressource weiterhin nutzen zu können. Konservative Anschauungen bezüglich einer unveränderbaren Tradition werden hier von einem lebendigen Traditionsbegriff abgelöst, der das Handeln in den Blickpunkt rückt. In der Regel wird von mindestens drei Generationen ausgegangen, die ihr traditionelles Wissen anwenden und weitergeben, wobei mit Generation nicht nur Familiengenerationen, sondern auch andere Gemeinschaften wie religiöse Gruppierungen, Berufsgruppen, Institutionen usw. gemeint sind. Quelle: http://www.bmg.gv.at/