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25. June 2019

Studien | Naturmedizin Forschung?

»Wo bleiben die Studien für Naturmedizin?«
 

Naturmedizinische Verfahren sind bereits umfangreich erforscht worden. Sehr viele Studien gibt es zum Beispiel zu den sogenannten übenden Verfahren, insbesondere zu Achtsamkeit und Yoga oder zur Misteltherapie bei Krebs. Das Problem: Die öffentliche Hand, in Deutschland vertreten durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, und die Europäische Union, vergibt Forschungsgelder für Naturmedizin nur in geringstem Umfang (derzeit mit einem Anteil von unter 1 Prozent).

Gleichzeitig werden Wirksamkeitsnachweise gefordert, damit jahrtausendealte traditionelle Verfahren auch wissenschaftlich belegt werden können. Damit wir also die Wirkmechanismen von Naturmedizin noch besser verstehen und noch klarer sehen können, was wann wem nützt, müsste auch die öffentliche Hand endlich in die Erforschung von Naturmedizin investieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Anders als bei synthetischen Arzneimitteln, die in großem Ausmaß von Pharmaunternehmen beforscht werden, lohnt sich die Erforschung von Naturmedizin für die Wirtschaft nicht. Weil sich pflanzliche Wirkstoffe in der Regel nicht patentieren lassen, haben Unternehmen kein Interesse, das enorme Potential der Naturmedizin systematisch zu untersuchen. Hier muss die öffentliche Hand aktiv werden und den Schatz natürlicher Heilverfahren unabhängig von wirtschaftlichen Interessen wissenschaftlich bergen helfen.

Denn nicht zuletzt steht die öffentliche Forschungsförderung von Naturmedizin in einem extremen Missverhältnis zur Nachfrage bei Patientinnen und Patienten. In Europa wenden beispielsweise durchschnittlich 40% der Krebspatienten naturmedizinische Therapien an. [1] Im deutschen Sprachraum kommen am häufigsten Mistelextrakte (Viscum album) zum Einsatz. Zu Mistel bei Krebs liegen mittlerweile 130 klinische Studien vor. In Summe zeigt die Forschung eine Erhöhung der Lebensqualität, zudem gibt es Hinweise auf eine Verlängerung der Überlebenszeit von Tumorpatienten. [2]

Wann fördert die öffentliche Hand endlich Forschung zur Naturmedizin, die die Menschen kennen und schätzen?


[1] Molassiotis, A., P. Fernandez-Ortega, D. Pud, G. Ozden, J. A. Scott, V. Panteli and et al., Use of complementary and alternative medicine in cancer patients: a European survey. Ann Oncol Advance Access published online on February 2, (2005):
[2] G. S. Kienle, H. Kiene: COMPLEMENTARY CANCER THERAPY: A SYSTEMATIC REVIEW OF PROSPECTIVE CLINICAL TRIALS ON ANTHROPOSOPHIC MISTLETOE EXTRACTS. Eur J Med Res (2007) 12: 103-119.

Artikel mit freundliche Genehmigung von:
https://weils-hilft.de

 

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