Begriffe und Methoden

Qi Gong

Qi Gong ist ein traditionelles chinesisches Übungssystem, das Körperbewegungen, Atmung und Vorstellung verbindet und der Pflege der Lebensenergie sowie der Gesundheitsförderung dient.

Qi ist ein zentraler Begriff der chinesischen Philosophie und traditioneller chinesischer Wissenschaften. Er wird häufig mit „Lebensenergie“ oder „Lebenskraft“ übersetzt. Qi Gong umfasst verschiedene Übungssysteme, die sich in China über Jahrtausende entwickelt haben und auf dem Konzept des Qi sowie der Vorstellung beruhen, dass Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden.

Die Übungen berücksichtigen Körperhaltung und Bewegung ebenso wie Atmung und Vorstellungskraft. Im Verständnis des Qi Gong sollen sie den Fluss der Lebensenergie beeinflussen und die geistige Haltung einbeziehen. In den vergangenen Jahrzehnten ist Qi Gong auch in Europa vor allem als Methode zur Gesundheitsförderung bekannt geworden.

Die Ursprünge des Qi Gong liegen in unterschiedlichen Bereichen: in der traditionellen chinesischen Medizin, in den Kampfkünsten, in spirituellen Praktiken sowie in der Lebenspflege. Je nach Tradition standen dabei beispielsweise die Entwicklung innerer Kräfte, die Beruhigung des Geistes oder die Unterstützung therapeutischer Maßnahmen im Vordergrund. Das Üben von Qi Gong kann zudem als Möglichkeit verstanden werden, sich mit der eigenen Lebensführung auseinanderzusetzen.

Geschichte

Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Übungen, die dem heutigen Qi Gong zugeordnet werden können, reichen knapp 3.000 Jahre zurück. Historisch genauer nachvollziehbar wird die Entwicklung um die Zeitenwende. Dabei werden vier wesentliche Traditionslinien unterschieden:

  • Daoistisches Qi Gong: Meditative Übungen zur Beruhigung und Klärung des Geistes.
  • Medizinisches Qi Gong: Vorwiegend Bewegungsübungen, die therapeutische Maßnahmen unterstützen sollten.
  • Religiöses Qi Gong: Praktiken, die insbesondere unter dem Einfluss buddhistischer Strömungen in China entwickelt wurden.
  • Qi Gong in den Kampfkünsten: Übungen zur Entwicklung der inneren Energie und ihrer Nutzung in den Kampfkünsten.

Im Laufe der chinesischen Geschichte vermischten und überschnitten sich zahlreiche Schulen und Stilrichtungen. Das heutige Qi Gong vereint daher Übungen und Methoden unterschiedlicher Herkunft.

Methoden und Anwendung

Qi Gong verbindet Körperhaltungen und Bewegungsabläufe mit bewusster Atmung und geistiger Konzentration. Je nach Übungsform stehen sanfte Bewegungen, meditative Elemente oder die gezielte Schulung der Körperwahrnehmung im Vordergrund.

Die Übungen orientieren sich am Konzept des Qi und sollen nach diesem Verständnis den Fluss der Lebensenergie unterstützen. Qi Gong wird insbesondere zur Gesundheitsförderung und zur Pflege des körperlichen und geistigen Wohlbefindens praktiziert.

Die Ausbildung von Qi-Gong-Lehrenden umfasst neben Wissen und praktischen Fähigkeiten auch persönliche Entwicklung und Lebenserfahrung. Sie sollte sich daher über mehrere Jahre erstrecken.