Begriffe und Methoden

Kneipptherapie

Die Kneipptherapie ist ein ganzheitliches Gesundheitskonzept mit fünf Säulen: Hydrotherapie, Phytotherapie, Bewegungstherapie, Ernährungstherapie und Ordnungstherapie.

Unter Kneipptherapie wurde ursprünglich eine Form der Hydrotherapie und Thermotherapie verstanden, bei der vor allem kaltes Wasser und die dadurch ausgelösten Kaltreize im Mittelpunkt standen. Bereits zu Lebzeiten des Begründers wurde das Verfahren zu einem umfassenden gesundheitsbezogenen System erweitert, das auf fünf Säulen beruht: Hydrotherapie, Phytotherapie, Bewegungstherapie, Ernährungstherapie und Ordnungstherapie.

Ziel der Kneipptherapie ist es, die Lebenseinstellung zu verändern und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Die Anwendungen können einzeln oder in Kombination durchgeführt werden. Sie kommen sowohl im häuslichen Alltag als auch im Rahmen einer Kneipp-Kur zur Gesundheitspflege oder zu therapeutischen Zwecken zum Einsatz.

Geschichte

Die Kneipptherapie entwickelte sich ursprünglich aus einer Form der Hydrotherapie und Thermotherapie, bei der kaltes Wasser und die damit verbundenen Kaltreize eine zentrale Rolle spielten. Noch zu Lebzeiten ihres Begründers wurde sie zu einem umfassenderen Gesundheitskonzept mit fünf Säulen erweitert.

Methoden und Anwendung

Die Kneipptherapie umfasst fünf Bereiche, die unterschiedliche Anwendungen und Lebensweisen einschließen.

1. Hydrotherapie

Die Hydrotherapie bildet einen zentralen Bestandteil der Kneipptherapie. Zu den Anwendungen zählen:

  • Güsse: warme, kalte oder wechselwarme Güsse
  • Bäder: warme, kalte oder wechselwarme Bäder
  • Waschungen: überwiegend mit kaltem Wasser
  • Auflagen und Packungen: überwiegend mit Wärme
  • Inhalationen und Dämpfe
  • Spezielle Anwendungen: Trockenbürstungen, Wassertreten, Tautreten und Streckungen

2. Phytotherapie

Die Phytotherapie umfasst den Einsatz verschiedener Heilkräuter, vorwiegend aus heimischen Pflanzenbeständen.

3. Bewegungstherapie

Die Bewegungstherapie zielt auf Bewegung im Sinne einer Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit ab.

4. Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie sieht eine gut verträgliche Mischkost vor, bei der individuelle Faktoren berücksichtigt werden.

5. Ordnungstherapie

Die Ordnungstherapie umfasst zwei Bereiche. Dazu gehört einerseits die Ordnung der spirituellen und äußeren Lebensbereiche mit einer finalen Ausrichtung auf das Jenseits. Andererseits wird eine zeitlich-biologische, rhythmische Ordnung berücksichtigt.

Kneipp-Anwendungen können je nach Bedarf einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Sie lassen sich in den häuslichen Alltag integrieren oder im Rahmen einer Kneipp-Kur durchführen.

Als Ergebnisse von Kneipp-Kuren werden unter anderem eine subjektive Abnahme körperlicher Beschwerden, eine Verringerung von Schlafstörungen und eine Verbesserung des Allgemeinbefindens angeführt. Darüber hinaus werden Verbesserungen des Selbstwertgefühls und des sozialen Kontaktverhaltens beschrieben. Diese betreffen die allgemeine Stimmung sowie das Interesse an Sexualität. Weitere angeführte Veränderungen sind eine größere innere Ruhe, eine Reduktion von Befindlichkeitsstörungen, eine Intensivierung der körperlichen Betätigung und ein rückläufiger Konsum von Genussgiften.

Indikationen

Die Kneipptherapie wird bei Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Hypertonie, hypotoner Dysregulation und funktionellen Durchblutungsstörungen angewendet. Weitere Anwendungsgebiete umfassen psychovegetative Erschöpfung, stressassoziierte Erkrankungen und Schlafstörungen.

Auch bei klimakterischen Beschwerden, dem metabolischen Syndrom, rheumatischen Beschwerden und dem Wirbelsäulensyndrom kommt die Kneipptherapie zum Einsatz. Darüber hinaus zählen Erkältungen, grippale Infekte und rezidivierende Infektionen zu den genannten Indikationen. Weitere Anwendungsgebiete sind die allgemeine Schmerzreduzierung, Muskelverletzungen sowie Magen- und Darmerkrankungen. Als weiteres Ziel wird die Immunstimulierung angeführt.

Vertiefung

Literatur & Quellen

  1. Österreichische Gesellschaft für Kneippmedizin