Begriffe und Methoden
Ganzheitsmedizin
Ganzheitsmedizin betrachtet den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele und verbindet wissenschaftlich fundierte medizinische Verfahren mit einem individuellen, patientenzentrierten Behandlungsansatz.
Ganzheitsmedizin betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und berücksichtigt neben körperlichen Befunden auch psychische, soziale, lebensstilbezogene und kulturelle Faktoren sowie das persönliche Lebensumfeld. Sie verbindet, wo sinnvoll und wissenschaftlich vertretbar, Verfahren der konventionellen Medizin mit evidenzbasierten Methoden aus der Naturheilkunde und traditionellen Medizinsystemen, beispielsweise der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oder der Phytotherapie. Sie versteht sich dabei nicht als Gegensatz zur konventionellen Medizin, sondern als deren ganzheitliche Ergänzung und Integration.
Ein wesentliches Anliegen ist es, nicht nur Symptome zu behandeln, sondern nach Möglichkeit auch zugrunde liegende Ursachen, Auslöser und aufrechterhaltende Faktoren zu berücksichtigen. Die Behandlung orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Lebensumständen der Patientinnen und Patienten. Dabei werden medizinische Befunde und Empfehlungen zusammengeführt und Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Körperhaltung, Schlaf, Stress und Entspannung in die therapeutischen Überlegungen einbezogen.
Die Ganzheitsmedizin legt besonderen Wert auf Prävention, die Unterstützung körpereigener Regulations- und Regenerationsprozesse sowie die Förderung der Eigenverantwortung. Durch verständliche Information, Beratung und die Stärkung der Gesundheitskompetenz sollen Menschen befähigt werden, ihre Gesundheit aktiv mitzugestalten und Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Individualmedizin, die Unterschiede hinsichtlich Alter, genetischer Voraussetzungen, Lebensweise, Vorerkrankungen und psychischer Belastungen berücksichtigt.
Ein wichtiger Bezugspunkt ist die Salutogenese, die sich mit der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit beschäftigt. Im Mittelpunkt stehen dabei persönliche und soziale Ressourcen, die das Wohlbefinden stärken. Auch die Psychosomatik spielt eine Rolle, da psychische Belastungen und Lebensbedingungen mit der körperlichen Gesundheit zusammenhängen können. Die ACE-Forschung (Adverse Childhood Experiences) untersucht in diesem Zusammenhang die Zusammenhänge zwischen belastenden Kindheitserfahrungen und späteren körperlichen sowie psychischen Gesundheitsproblemen.
Darüber hinaus verfolgt die Ganzheitsmedizin das Ziel, gesunde Lebensjahre und Lebensqualität zu fördern. Unter dem Begriff Better Aging wird nicht die Verhinderung des Alterns verstanden, sondern das Anliegen, möglichst lange gesund, selbstbestimmt und mit hoher Lebensqualität zu leben.
Die GAMED versteht Ganzheitsmedizin als evidenzbasierten Ansatz, bei dem wissenschaftliche Erkenntnisse, die ärztliche Erfahrung und die Wünsche der Patientinnen und Patienten gemeinsam in medizinische Entscheidungen einfließen. Wissenschaftliche Untersuchungen zu naturheilkundlichen Verfahren, etwa Ernährungstherapie, Fasten, Bewegung, Phytotherapie und Mind-Body-Medizin, befassen sich unter anderem mit deren Einsatz bei chronischen Erkrankungen. Ziel ist es, geeignete Verfahren sinnvoll mit der konventionellen Medizin zu verbinden und eine nachvollziehbare, wissenschaftlich fundierte und am Menschen orientierte Versorgung zu ermöglichen.
