Begriffe und Methoden

Colon-Hydro-Therapie

Die Colon-Hydro-Therapie ist ein ausleitendes Verfahren der Komplementärmedizin, bei dem der Dickdarm durch kontrollierte Wasserspülungen gereinigt werden soll.

Die Colon-Hydro-Therapie zählt zu den ausleitenden Verfahren. Aus humoral-pathologischer Sicht steht dabei die Ausscheidung schädlicher Substanzen im Vordergrund. Eine chronische Obstipation wird als wesentliche Ursache verschiedener schwerer Erkrankungen angesehen. In diesem Zusammenhang steht der Begriff der intestinalen Autointoxikation.

Nach diesem Ansatz kann eine Überlastung des Magen-Darm-Trakts durch alte Kotreste Auswirkungen auf die Wirbelsäule und den übrigen Bewegungsapparat haben. Ein überladener Dickdarm soll über das Peritoneum einen dauerhaften Zug auf die Lendenwirbelsäule ausüben. Außerdem soll er den venösen Rückstrom aus den unteren Extremitäten behindern und einen anhaltenden Druck auf Harnblase, Uterus und Prostata ausüben.

Im Zusammenhang mit chronischer Obstipation werden verschiedene Beschwerden und Erkrankungen genannt, darunter Divertikulose, Depressionen, Kopfschmerzen, Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, Blähungen, Völlegefühl und Dickdarmkrebs.

Methode und Anwendung

Bei der Colon-Hydro-Therapie wird der Dickdarm mit Wasser gespült. Im Zusammenhang mit der Behandlung werden verschiedene mögliche Wirkungsmechanismen diskutiert. Dazu gehören eine physikalische und thermische Wirkung des ein- und ausströmenden Wassers, ein hyperämisierender Effekt, eine diuretische Wirkung und eine Verbesserung der Durchblutung.

Als weiterer möglicher Effekt wird die Entfernung toxinreicher alter Kotbestandteile beschrieben. Darüber hinaus soll die Behandlung einen Trainingseffekt auf die glatte Muskulatur der Darmwand haben.

Die Anwendungsgebiete werden grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt: lokale Erkrankungen und mögliche Auswirkungen einer intestinalen Autointoxikation.

Bei den lokalen Erkrankungen liegt der Schwerpunkt auf Beschwerden und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, insbesondere des Dickdarms. Dazu gehören chronische Obstipation, ein atonisches oder spastisches Kolon, Mastdarm- und Querschnittslähmung, Reizdarmsyndrom, Blähungen und chronische Diarrhoe. Weitere genannte Anwendungsbereiche sind Hämorrhoiden, Divertikulose, Morbus Crohn, Parasiteninfektionen, Intestinalmykosen und Harnleitersteine.

Indikationen

Im Zusammenhang mit den möglichen Auswirkungen einer intestinalen Autointoxikation werden verschiedene weitere Anwendungsbereiche genannt. Dazu gehören die allgemeine Entgiftung, chronische Polyarthritis, allergische Erkrankungen, Dermatosen, Migräne und Kopfschmerzen, Asthma bronchiale sowie Hypo- und Hypertonie.