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Philosophie

Als Ursache für jegliches Übel, also auch Krankheiten, gilt die falsche Sicht der Realität. Ähnlich wie die Phänomene der bedingten Existenz, sind Krankheiten auch das Produkt von Ursache und Wirkung. Zeitlich gesehen gibt es zwei Hauptursachen für eine Krankheit, eine langfristige und eine kurzfristige.

Unwissenheit, Ignoranz, Verblendung oder Unbewusstheit sind die entscheidenden Ursachen aller Krankheiten. Aufgrund von Unwissenheit und Verblendung kann man die „Wirklichkeit der Phänomene“ nicht sehen und bleibt dadurch im persönlichen Ego verhaftet. Dies wiederum  ist Ursache für die drei „Geistesgifte“: Anhaftung (Begierde), Hass (Zorn) und Verblendung (Unwissenheit), die die langfristige Ursache von Krankheit konstituieren.  Die kurzfristige Ursache von Krankheit sind die drei „Nyes-pa“ (Körpersäfte): Wind (tib.:Lhung), Galle (tib.: Tripa) und Schleim (tib.:Bad ken).
Sie werden durch die o.a. drei „Geistesgifte“ produziert: Anhaftung (Begierde) verursacht Wind, Hass (Zorn) verursacht Galle, und Verblendung (Unwissenheit) Schleim. Diese drei Körpersäfte bestimmen die Grundstruktur im Energiesystem des Körpers. Sie stehen mit allen lebenswichtigen Funktionen des Körpers, der Organe, der sieben Grundgewebe des Körpers und den drei Ausscheidungen in Beziehung.

Wenn die drei Körpersäfte, sieben Grundgewebe des Körpers und die drei Ausscheidungen in Balance sind, ist man gesund, wenn sie unausgeglichen sind, wird man krank.

Es gibt vier Faktoren, die für Unausgeglichenheit verantwortlich sind:

  1. falsche Ernährung,
  2. falsche „körper-, seelisch-, geistige“ Verhaltensweise,
  3. schlechtes klimatisches und soziales Umfeld,
  4. Einfluss „schlechter“ Energien.

Aufgrund  der Verwobenheit und gegenseitigen Auswirkungen dieser Faktoren im menschlichen Organismus,  hat die „Unausgeglichenheit“ in einem Organ oder in einem der Körpersäfte Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Diese Kräfte stehen in direktem oder indirektem Zusammenhang zu den fünf Elementen, aus denen die äußere Welt besteht, die durch Nahrungsaufnahme zu den fünf inneren Elementen werden.

Es gibt keine Diskrepanz zwischen Psychischer, Somatischer und Psychosomatischer Medizin. Jede Krankheit kann integrativ behandelt werden.

Psychotherapie mit gleichzeitiger Medikation sind keine Gegensätze, der Focus liegt immer auf einer ganzheitlichen Behandlung. Eine Hemmnis kann nur mangelnde Erfahrung des Arztes/ der Ärztin sein.

Diagnose:

Zur Diagnose verlassen sich Tibetische ÄrztInnen ausschließlich auf Ihre fünf Sinne.

  1. Befragung: Kurze Befragung nach der Vorgeschichte, dem Verlauf der Krankheit und der aktuellen Befindlichkeit.
  2. Betrachtung: Rudimentäres Untersuchen der körperlichen Struktur des Patienten/ der Patientin:
     Urindiagnose: Farbe, Geruch, Blasenbildung, Geräusche, Sedimentbildung und Energiestörfelder.
    Zungendiagnose: Untersuchung nach Belag, Farbe, Dicke, Glanz usw.
    Augendiagnose: Farbe, Form, Glanz.
  3. Abtastung: Beschaffenheit von Haut und Haaren.
    Pulsdiagnose: Jede Strömung eines einzelnen Saftes hat einen charakteristischen Puls. Beurteilt werden die Säfte und Körperenergien, die zunächst in Hitze- und Kälteströmungen eingeteilt werden. Zwölf dieser Grund-Pulse/ Pulskombinationen müssen jedem Arzt oder jeder Ärztin geläufig sein. Insgesamt gibt es 43 üblich angewandte Pulse (70.000 Störungen werden unterschieden).
    Bei Kleinkindern wird die Diagnose an den Ohrvenen festgelegt.

Therapie

In der Tibetischen Medizin beruht jede Therapie auf 4 Ansätzen:

  1. Ernährung: Ein körpereigenes Gleichgewicht entsteht durch die richtige Auswahl der aufgenommenen Nahrung nach den Elementen und ihren bestimmten Eigenschaften. Grundlegende Faktoren, die bei der Nahrungsaufnahme berücksichtigt werden sollten, sind die Grundkonstitution jedes Individuum, die Dosis und die Jahreszeit.
  2. Verhaltensmodifikation: Das Ziel sollte sein mit einer ausgeglichenen geistigen, emotionalen und körperlichen Haltung in Achtsamkeit zu leben.
  3.  Medizin: Verordnung der natürlichen Arzneien, die aus Mineralien, Edelsteinen, Pflanzen, Kräuter, Wurzeln, Früchten und entgifteten Metallen hauptsächlich aus dem Himalaya-Gebiet bestehen. Ihre wohlausgewogene Vermischung zu einer Gesamtkomposition aus vielen verschiedenen Ingredienzien stellt eine hoch wissenschaftliche und zugleich intuitive Kunst dar. Die Medizin wird in ca. zehn verschiedenen „gallenischen“ Formen wie z.B. Pillen, Pulver, Brühen, Medizinischer Butter, Aschen, Extrakten usw. zubereitet und verabreicht. Die Fähigkeit der Tibetischen Medizin eine synergisch-komplexe Heilwirkung ohne Nebenwirkungen auszulösen, ist unvergleichbar und einzigartig.

4. Physikalische Therapie:

Die Physikalische Therapie wird in zwei Hauptgruppen unterteilt, in eine „sanftere“ und eine „härtere“ Technik.

Die „sanftere“ Techniken umfassen:

heiße und kalte Kompressen,

- Bäder in mineralhaltigen Quellen und medizinische Bäder,

- verschiedene Arten von tibetischer Massage wie Ölmassage(Ku mgie), Steinmassage (Do chiuk), Bambusmassage (Mguk chiuk), Muschel Massage (Mgia chip chiukpa)

- Akupressur mit warmer Butter zur Lösung von Blockaden.

- „Hor me“-Therapie mit Kräutergemisch und warmes Öl zur Lösung  hauptsächlich seelischer Blockaden.

 Die  „härteren" Techniken sind:

1. Ableitende Methoden wie Aderlasse

2. Moxstibution: Erhitzung mit Beifußkapseln an 71 Stellen am Körper - vor allem bei psychosomatischen und psychovegetativen Störungen.

3. Tibetische Akupunktur: Goldnadeltherapie – die eingreifende Methode bei Störungen ernster Natur. 7-10 cm lange Nadel, die hauptsächlich in die Fontanelle gestochen wird.

3.Schröpfen mit Kupfer, Horn oder Kristall Glaskopf.

4. Kauterisation: Behandlungen mit den Brenneisen (ca. 20cm langer Metallstab mit Gold, Silber oder Metallspitze) bei Tumor oder schwer heilbaren Krankheiten.

Text: © Dönckie Emchi (Dr. tib.med.)