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MANUELLE MEDIZIN

Ziel der manuellen Medizin ist die Diagnose und Therapie von reversiblen Funktionsstörungen am Halte- und Bewegungsapparat, um eine physiologische, schmerzfreie Bewegung wiederzuerlangen. Zum Nachweis derartiger Störungen wurden spezielle diagnostische Techniken an Wirbelsäule und Extremitäten entwickelt.

GESCHICHTE

Hinweise, dass manipulative Techniken in der europäischen Heiltradition eine lange Geschichte haben, finden sich bei Hippokrates und Galen. Während des Mittelalters scheinen verwandte Methoden angewendet worden zu sein. Eine wichtige Weiterentwicklung wurde durch Francis Glisson im 17. Jahrhundert eingeleitet. Zum Ausgang des 19. Jahrhundert beschrieb der Schweizer Arzt Dr. Naegli ausführlich Therapien mittels Handgriffen.

In den USA entwickelte D. Palmer die Schule der „Chiropraktik“. Diese Techniken, die sich auf Handgrifftechniken im Bereich Atlas /Axis konzentrieren, wurden in den USA in eigenen Schulen gelehrt.

Nach dem 2. Weltkrieg kamen diese Techniken auch nach Europa. In Deutschland wurde in den 50er-Jahren die erste ärztliche Vereinigung gegründet, die auch bald eine Klinik in Hamm/Westfalen etablierte. Von dieser Klinik aus wurde die Ausbildung der Ärzte durchgeführt, die auch die Ausbildung in Österreich beeinflusste.

KURZBESCHREIBUNG DER METHODE

Die manuelle Medizin gilt als konservativ-orthopädische Methode, die bei schmerzhaften Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates in ihren diagnostischen Möglichkeiten unverzichtbar ist. Manualtherapeutische Techniken spielen dabei aufgrund ihrer Ökonomie und ihrer oft sehr rasch zu beobachtenden Effizienz eine außergewöhnliche Rolle in der Behandlung einschlägiger Erkrankungen.

Vor der Therapie wird in der Manualmedizin großer Wert auf die Diagnostik gelegt, die sich neben Anamnese und Inspektion vor allem auf Palpation, aktive und passive Bewegungsprüfung, translatorische Gelenktests, Muskeltests und Röntgendiagnostik stützt.

Bei den Therapieverfahren wird zwischen Manipulation und Mobilisation unterschieden:

  • Die Manipulation ist ein kurzer, schneller Bewegungsimpuls mit geringem Kraftaufwand, bei dem eine Traumatisierung vermieden werden muß.
  • Bei der Mobilisation versucht man das Gelenkspiel durch passive Anwendungen -postisometrische Relaxationen, Längs- und Querdehnungen der Muskulatur- wiederherzustellen.

Die Österreichische Ärztegesellschaft für Manuelle Medizin (ÖÄGMM) und die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Manuelle Medizin (ÖAMM) sind bestrebt, die im Studium und in der Ausbildung an Spitälern und Kliniken nicht ausreichend vermittelten Wissensinhalte in ihren Kursen zu lehren, damit dieses Wissen erfolgreich am Patienten angewandt werden kann.

 ÖAMM: www.oamm-graz.at    ÖÄGMM: www.manuellemedizin.org

2006 von Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer, korr. ÖAMM 22.8.12